Romanleben Teil II: Die Heldin

Ich lebe das Leben einer Romanheldin aus den Frauenromanen der 80er/90er Jahre: frei, unabhängig, selbstbewusst. Ich habe eine namenlose Katze, einen langweiligen Job und eine winzige 2-Zimmer-Wohnung. Mein Konto ist chronisch überzogen, was mich allerdings nicht davon abhält, regelmäßig und leidenschaftlich meinem Lieblingshobby nachzugehen: Schuhe und Handtaschen kaufen. Und Bücher. Ich mache was ich will, wann ich will, wo ich will und mit wem ich will. Was für ein Leben!

Dabei kommt mir ein Lied von Gitte Haenning in den Sinn:

Stillbare Sehnsucht

Niemand, der das Bad blockiert
Wenn der Tag beginnt
Niemand fragt mich vorm Kaffee
Wo seine Schuhe sind

Ich bin gern allein
Ich bin gern allein

Wenn ich schlechter Laune bin
Hab ich meine Ruh
Niemand, der beim Fortgehn fragt
Was ich heut alles tu

Ich bin gern allein
Ich bin gern allein

Weil ich mir selber gehör
Muss ich mich
Nicht Tag für Tag befrein
Das hab ich oft ersehnt
Ich könnt echt glücklich sein

Wär da nicht diese stillbare Sehnsucht
Das Gefühl, dass mir
Was verloren geht
Diese unvernünftige Trauer
Unter der Haut

Wär da nicht diese stillbare Sehnsucht
Dieser Wunsch, dass irgendwer
Mich versteht
Diese angstvolle Hoffnung, dass doch
Das Eis in mir taut

Niemand, den es interessiert
Was ich mir notier
Wenn ein Brief im Kasten liegt
Gehört er immer mir

Ich bin gern allein
Ich bin gern allein

Weil ich mich selber verwöhn
Kann ich mir auch selber viel verzeihen
Ein Leben ohne Streit
Ich könnt echt glücklich sein

Wär da nicht diese stillbare Sehnsucht
Das Gefühl, dass mir
Was verloren geht
Diese unvernünftige Trauer
Unter der Haut

Wär da nicht diese stillbare Sehnsucht
Dieser Wunsch, dass irgendwer
Mich versteht
Diese angstvolle Hoffnung, dass doch
Das Eis in mir taut

Und solange ich die gestrichenen Stellen auch in Zukunft streichen kann, ist alles gut. Mir geht es gut, mir fehlt nichts und ich mag mein Leben so wie es ist. Warum nur versucht alle Welt mir einzureden, dass man allein nicht komplett ist?

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4. Juni 2011. Gedanken, Leben.

4 Kommentare

  1. aprikose replied:

    sehr schön :) so würd ich mir das auch wünschen, zumindest eine zeit lang…

  2. Nita replied:

    Ich liebe dieses Leben und ich genieße es bis zur letzte Sekunde.
    Wer weiß, wann der nächste Kerl auftaucht und mir den Kopf verdreht? ;)

    PS: Wenn Du es Dir wünschst, warum lebst Du es dann nicht?

    • aprikose replied:

      ich bin (noch?) nicht so ganz frei wie du. ich erwarte viel von mir, und ein bisschen karrieregeil bin ich eben doch… oder zumindest mein gewissen ;)

      • Nita replied:

        Oh, das kenne ich. ;)
        Das Leben hat mich gelehrt, dass ich mir meine Wünsche erfüllen muss und zwar sofort. Ich weiß schließlich nicht, ob ich morgen noch eine Gelegenheit dazu habe.
        Ich wünsche Dir, dass Du bald frei bist, Dir Deine Wünsche zu erfüllen. :)

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